Zwingerkontrollen – nötig oder nicht?

Hier streiten sich die (Züchter)-Geister und zerfallen prompt in drei Lager.

Um das erste Feuer rotten sich die Befürworter, um das zweite Feuer die beinharten Gegner und um das dritte die, die sich nicht zu einer aussagefähigen Meinung hinreißen lassen wollen.

Ein viertes, etwas abseits gelegenes Feuerchen, wird von den Vereinsfunktionären umlagert.

Aber knöpfen wir uns die verschiedenen Parteien mal einzeln vor:

Die Befürworter haben einen ziemlichen Sack voller guter Gründe. Allem voran steht die Tatsache, dass „die Züchter“ von „ihrem“ Kundenklientel, den Liebhabern und neu-Katzenbesitzern, gern grundsätzlich über einen Kamm geschert werden. Hat einer von ihnen einen kostenträchtigen Fehlgriff getan, sind schon mal alle Züchter schlecht.

Das dem nicht so ist, ist schwer zu beweisen und beschert dem verantwortungsbewussten und seriösen Züchter ellenlange Fransen in der Mundöffnungsgegend.

Wie schön wäre es da doch, könnte man mit einem Zertifikat „geprüfter Zwinger“ wedeln, glaubt doch der gute deutsche Bundesbürger fest an alles, was einen Stempel trägt. Allerdings dürfen wir  hier – bei aller Befürwortung - nicht vergessen, dass wir alle mit ‚Leben’ arbeiten. Drinstecken tut keiner! Und jedem von uns kann mal was passieren. Auf Leben gibt es keinen Garantieschein, da ändert auch eine Zwingerkontrolle nichts.

Sinnvoll wäre es auch, wenn die Vereine ihre Mitglieder auf Einhaltung der Satzung in puncto Tierhaltung und –schutz regelmäßig überprüfen würden, um eventuelle, unter dem Deckmäntelchen der Seriosität operierende „schwarze Schafe“ zu enttarnen, zu verwarnen und nötigenfalls aus dem Verein auszuschließen.

Eine kontrollierte Zucht ist in jeder Hinsicht wünschenswert – für Züchter und Käufer!

Soeben wird an Feuer vier (die Funktionäre) eine Klampfe ausgepackt und das Lied:
 „wer soll das bezahlen…“ angestimmt.
Feuer drei sinniert derweil über einer kreisenden Weinflasche.

Bei den Gegnern an Feuer zwei heizt sich die Stimmung auf: Wenn eine solche Zwangskontrolle eingeführt wird – wer soll sie machen? Jemand vom Verein? Ein Externer? Gar ein Züchterkollege? Und was ist, wenn ihm oder ihr meine Nase oder die meiner Katzen nicht passt? Was ist, wenn ICH dem nicht auf’s Fell gucken kann und ihn um’s verrecken nicht in meinen heiligen Hallen haben will? Und was ist, wenn sich die Kontrolleure an der Kellerhaltung für Kater stören?

Was passiert, wenn ich nicht da bin, wenn die unangemeldet aufkreuzen?
Und wer, bitte, zahlt für den ungewollten „Besuch“?

Außerdem sollte sich JEDER Züchter – wie die Filmleute auch – einer freiwilligen Selbstkontrolle unterziehen, dann bräuchte man den ganzen Firlefanz nicht.

Also was denn nun: Zwingerkontrollen ja oder nein?

Ich kann hier nur meine höchstpersönliche Meinung zum Besten geben: Ich sage JA! Was nutzt eine Vereinszugehörigkeit mit Regeln, Statuten und Vorgaben wenn jedes Mitglied nach dem Motto lebt: jeder macht was er will, keiner macht was er soll, aber alle machen mit.

Und wer als seriöser Züchter ‚Angst’ vor einer Kontrolle hat
sollte sich ernsthaft überlegen, warum.