Welchen Typ Mutterkatze haben Sie

Fangen wir mal an mit der unproblematischen Mutti.
Die unproblematische Mutti zeichnet sich nicht nur dadurch aus, dass sie in maschinengewehrartiger Geschwindigkeit ihre Gören auf die Welt befördert und sofort selbst wunderbar versorgt, sondern auch dadurch, dass sie die ihr angebotene Wurfkiste vorbehaltlos akzeptiert. Wenn es soweit ist, geht sie stante pedes in das ihr zugedachte Eigenheim und stellt keinerlei Ansprüche an Ausstattung, Lage und Nachbarn. Auch wird sie während der Säugezeit, wo die Kitten noch nicht aus der Kiste kommen, keinerlei Ortsveränderung durch Umzug in Erwägung ziehen. Freuen Sie sich, wenn Sie solch eine Mama Ihr eigen nennen dürfen.

Aber dieses Glück hat nicht jeder. So mancher ist z. B. von einer etwas mäkeligeren Dame adoptiert worden. Die etwas mäkeligere Mama hat an der ihr zugedachten Wurfkiste irgendetwas auszusetzen. Zu groß, zu klein, vielleicht die Einrichtung? Sie wird es Ihnen dadurch mitteilen, dass sie in der Wohnung nach alternativen Entbindungsmöglichkeiten forscht. Allerdings wird sie sich, sollten Sie ihr ein paar Alternativen aufgestellt haben, schlussendlich für eine dieser Möglichkeiten entscheiden. Dieser Typ Mutter zieht auch durchaus nach ca. 3 Wochen einen Umzug in Erwägung und Sie werden überrascht sein, wo Sie Mutter und Brut beim Nachhausekommen wieder finden.

Kommen wir zum Snob. Die snobistische Mama ist extrem pingelig, was die Auswahl des Platzes ihrer Niederkunft betrifft. Schon Wochen vor dem eigentlichen Termin wird sie Sie auffordern, mit ihr die Wohnung nach möglichen Baugrundstücken und Eigentumsimmobilien abzusuchen. Kaum ein Platz ist gut genug. Und wenn sie dann die Lage sondiert hat und Sie im Hobbykeller ca. 4-5 verschiedene Varianten zusammengeschustert und diese an den von der Katze für strategisch günstig befundenen Stätten aufgestellt haben, wird unser kleiner Snob penetrant an der Inneneinrichtung arbeiten. Hat sie sich dann endgültig für einen Platz entschieden, wird sie auch die ersten 3 Wochen meist brav dort bleiben.
Allerdings ist danach auch bei ihr mit einem Umzug zu rechnen.

Noch etwas mehr Arbeit beschert Ihnen die hektische Mama. Sie ist vergleichbar wählerisch wie die snobistische Mutter, rennt aber noch Minuten vor der Geburt zwischen den einzelnen Wohnmöglichkeiten unentschieden hin und her. Ganz wichtig scheint ihr zu sein, dass Sie permanent anwesend sind. Wenn Sie hier nicht immer ein Argusauge auf ihre hochschwangere Dame haben, kann es passieren, dass diese, während Sie auf dem Klo thronen, das erste Kitten in Ihrem Bett zur Welt bringt. Jeder, der eine solche Katze sein eigen nennt, sollte also tunlichst darauf achten, dass er während der Zeit, in der die Geburt erwartet wird, unter dem Laken eine Inkontinenzunterlage deponiert. Dann geht das Malheur wenigstens nicht in die teure Matratze. Nach der Umbettung der kleinen neuen Familie in eine Wurfkiste in Ihrem Schlafzimmer dürfte dann wieder alles in Butter sein, was allerdings einen Umzug nach ein paar Wochen nicht ausschließt.

Kommen wir nun zum Unangenehmsten, was die Welt so an Katzenmuttertypen zu bieten hat. Die Pack- und Wanderratte. Sie kann so ziemlich jeden o.g. anderen Typen verkörpern, nur mit dem Unterschied, dass sie ihre Kinder, kaum dass sie auf der Welt sind, permanent von einem Ort zum anderen schleppt. Von der Wurfkiste ins Bett, vom Bett in den Kleiderschrank, von dort aus hinters Sofa, aufs Klo..... Kein Platz ist vor ihr sicher. Kaum hat man die Biester wieder ins Körbchen gesteckt und holt sich einen Kaffee, trifft man seine Pack- und Wanderrate nebst einem Neugeborenen im Maul auf dem Flur. Da hilft nur eines: Urlaub nehmen und Wache schieben. Es kann nämlich durchaus gefährlich für die Lütten sein, da diese bei einer solchen umzugsfreudigen Mutter weder genug Ruhe noch ausreichend Milch bekommen könnten. Experten stecken die gesamte Familie die ersten Tage in einen großen Kennel, verschließen die Tür und lassen die Frau Mama nur alle 2 Stunden zum Klogang und Essen fassen heraus.