Katzenfutter

Für die Katz'

Die Whiskas-Hersteller lassen eine kleine silberfarbene Schmusekatze über die Fernsehschirme schnurren. Und schon wünschen sich die Besucher im Frankfurter Tierheim genau so ein Tier - ein Zeichen dafür, wie sehr beim Thema Katzen und Katzenfutter Emotionen im Spiel sind.
Pflegerin Simone Bauer versorgt im Tierheim täglich rund 70 Katzen. Nach Feierabend kümmert sie sich noch um ihre beiden eigenen. Alle Tiere haben den gleichen Speisezettel: Die Tierpflegerin wärmt Dosen in heißem Wasser und verteilt den Inhalt in Schüsseln. Sie mischt verschiedene Sorten, zerkleinert die gulaschähnliche Masse mit der Gabel und streut etwas Trockenfutter darüber.
Das Angebot an Katzenfutter ist riesig. Da gibt es »saftige Bissen mit Rind und Lamm«, »Schlemmerpaté« oder »Rind pur mit feinem Gemüse«. Die Auswahl ist größer als bei Hundefutter, denn Katzen sind wählerisch und entwickeln leicht Vorlieben und Abneigungen. Allein der Marktführer, die Mars-Tochter Effem in Verden bei Bremen, bietet für Katzen rund 100 verschiedene Produkte an.
Die Gerichte sind nicht ganz billig: Fast eineinhalb Milliarden Mark geben die Deutschen pro Jahr aus, damit es ihren mehr als sechs Millionen Katzen schmeckt. In einem durchschnittlichen Katzenleben von 15 Jahren summieren sich nach Berechnung des Deutschen Tierschutzbundes die Ausgaben für das Futter auf rund 10000 Mark. Ein Hund verfrisst im Schnitt 2000 Mark weniger, weil er häufiger Trockenfutter bekommt - und das ist deutlich billiger.
Wir haben 21 Dosen und Schälchen mit Feuchtfutter eingekauft, vor allem mit Rind, der beliebtesten Sorte. Die Preise sind sehr unterschiedlich. Die billigsten Futter kosten pro Kilo 1,70 Mark. Dann reichen 250 Mark im Jahr, um den Liebling satt zu kriegen. Wenn das Futter aus Rohstoffen aus kontrolliert biologischem Landbau stammen soll, hat das seinen Preis: Es kostet fast zehn Mark und damit mehr als das Fünffache.
Trotz der unterschiedlichen Preise haben alle Futter eines gemeinsam: Sie sind Alleinfuttermittel. Das bedeutet: Sie müssen ausreichen, um eine Katze zu ernähren, ohne daß sie weitere Zugaben wie Mineralstoffe oder Vitamine bekommt.
Wir haben deshalb untersuchen lassen, ob lebenswichtige Bestandteile in ausreichender Menge vorhanden sind. Das Ergebnis: 14 Futter sind einwandfrei, bei sieben gibt es Mängel.
Schadstoffen haben wir dagegen nicht nachgespürt, denn sie sind, wie unsere Recherchen zeigten, nicht zu erwarten. So sind wir bei unserem Hundefuttertest im vergangenen Jahr nicht fündig geworden. Auch BSE ist bei Katzen in Deutschland noch nie aufgetreten.
Das ist uns aufgefallen
Einer der Stoffe, die Katzen unbedingt benötigen, ist Taurin. In den getesteten Futtern war es in ausreichender Menge enthalten, ebenso andere lebenswichtige Aminosäuren.
Wichtig für die Gesundheit der Katze sind neben den Aminosäuren Mineralstoffe wie Calcium, Magnesium und Phosphor. Sie müssen aber nicht nur in der richtigen Menge, sondern auch im richtigen Verhältnis zueinander enthalten sein. Beides ist nicht immer der Fall. Die Sorten Coshida und Funny Cat enthalten mehr als 30 Gramm Calcium pro Kilo Trockenmasse. »Ein unnötig hoher Gehalt begünstigt die Bildung von Harnsteinen«, warnt Dr. Jürgen Zentek vom Institut für Tierernährung der Tierärztlichen Hochschule Hannover.
Für die Katze ungesund ist ebenfalls, daß in den beiden Öko-Futtermitteln Bio-Schmatz und Yarrah Cat Dinner deutlich mehr Phosphor als Calcium steckt. Das Verhältnis liegt in Yarrah Cat Dinner sogar außerhalb dessen, was der Europäische Herstellerverband noch für tolerierbar hält. Die beiden Futter haben wir deshalb zwei Stufen abgewertet.
In den Futtern Amora und Vitakraft lag der Vitamin-A-Gehalt weit über der nötigen Menge. Er lag ebenfalls höher als die Menge, die der Europäische Herstellerverband noch toleriert. Zuviel Vitamine können ungesund sein. Das gilt vor allem für Vitamin A, das in großer Menge in Leber enthalten ist. Es ist zwar lebensnotwendig, weil die Katze es nicht selbst herstellen kann, schadet ihr aber, wenn sie zuviel von diesem Vitamin aufnimmt. Skelettmißbildungen bei den Nachkommen sind dann nicht auszuschließen. Eine so hohe Dosis, daß sie giftig wirkt, haben wir zwar nicht gefunden. »Die Ergebnisse zeigen aber, daß es für diese Hersteller ein Problem ist, die Vitamin A-Menge richtig zu dosieren«, sagt Professor Hans-Peter Sallmann von der Tierärztlichen Hochschule Hannover. In seiner Arbeitsgruppe wurden die Vitamine für uns bestimmt. Diese beiden Futter haben wir eine Stufe abgewertet.
Goldy von der ostdeutschen Firma Dr. Alder`s enthielt doppelt so viel Fett wie auf der Packung angegeben. Wenn die Katze es ständig frißt, nimmt sie zuviel Energie auf und wird zu fett.
Manche Werbung für Katzenfutter suggeriert zwar, daß nur erlesene Zutaten verwendet werden. Doch in den Dosen stecken nicht nur Lachsfilets, Shrimps oder Schlemmerpaté. »Verarbeitet werden vor allem Schlachtabfälle und Innereien, Haut, Sehnen und Knorpel«, sagt Tierernährungsexperte Dr. Jürgen Zentek. »Das ist als Katzenfutter aber völlig in Ordnung. Mäuse werfen sich Katzen in freier Wildbahn ja auch nicht als Filet vor die Füße.«
Zudem erlaubt die Futtermittelrichtlinie, daß in einer Dose mit der Aufschrift »Rind« nicht unbedingt viel Rind stecken muß: Vier Prozent reichen, die übrigen 96 Prozent dürfen auch Reste aus der Geflügelverarbeitung sein. Dennoch ist bei einzelnen Sorten deutlich mehr Rind als die Mindestmenge enthalten - bei Amora mehr als die Hälfte des Fleischanteils. Solche Unterschiede begründen auch die unterschiedlichen Preise.
Viele Katzenbesitzer glauben, ihre Katze sei von einem bestimmten Futter abhängig, weil sie nichts anderes mehr frißt. Dann ist das Tier schlicht verwöhnt - an Suchtstoffen im Futter liegt es jedenfalls nicht. Daß solche Zusätze dem Futter beigemischt sind, wird von Katzenfreunden zwar immer wieder befürchtet. »Dafür gibt es aber keine Anhaltspunkte«, sagt Dr. Zentek.
Eine Katze mag ganz einfach am liebsten die Nahrung, die sie von klein auf gewöhnt ist. Der Eindruck, sie sei abhängig, entsteht, weil sie als Gewohnheitstier nur schwer auf neues Futter umzustellen ist. Am besten gelingt das durch eine langsame Änderung der Mischung.
Das Futter mit der Labornummer 854679 bekam übrigens eine besonders gute Testnote, kein anderes Testobjekt enthielt soviel lebenswichtiges Taurin. An der Verpackung gab es nichts zu beanstanden und gratis war es auch: Nr. 854679 war eine Maus.
Was tun?
Ausgewachsene Katzen werden ein- bis zweimal am Tag gefüttert, kleine Kätzchen und alte dreimal, möglichst täglich zur gleichen Zeit. Eine ausgewachsene Katze braucht ungefähr 400 Gramm Feuchtfutter am Tag.
Futter darf nicht direkt aus dem Kühlschrank serviert werden, sondern sollte lauwarm sein.
Ein gelegentlicher Happen vom Tisch ist unbedenklich; Katzen vollständig von Selbstgekochtem zu ernähren ist aber fast unmöglich.
Die Näpfe sollte man täglich mit heißem Wasser reinigen.
Allein mit Dosennahrung werden die Zähne nur wenig beansprucht, deshalb ist gelegentliches Trockenfutter sinnvoll. Die Katze muß stets frisches Wasser zur Verfügung haben.
Einen Überblick über empfehlenswerte Trockenfutter für Ihren Hund finden Sie in ÖKO-TEST 9/98. Einen Bericht über Verhütung bei Haustieren finden Sie in unserer Ausgabe /99. Beide Hefte können Sie für 6,50 Mark plus 2,50 Porto bestellen unter Telefon 0180/5393933 oder mit der Karte neben Seite 42.




Für Züchter

es gibt einige Futtermittelfirmen, die speziell für Züchter Starterpakete für Kitten - natürlich umsonst - anbieten.

Animonda z.B. verschickt Pakete mit viel Inhalt, die ich gern an meine Kittenkäufer weiter gebe. Wer also gerade einen Wurf hat und Interesse an einem solchen Starterpaket hat, schreibt an

Animonda GmbH
z. Hd. Frau Strüber
Fax: 0541/7707619

und meldet dort seinen Wurf an. Die Anzahl der Jungtiere sollte nicht fehlen und unbedingt notwendig ist eine Fotokopie des Züchterausweises.

Es lohnt sich auch durchaus, einmal bei verschiedenen Futtermittelherstellern nachzufragen, ob sie nicht Starterpakete für Kitten an Züchter verschicken. Vorzugsweise natürlich die Hersteller, deren Futter man verfüttert. Ich bitte darum, mir solche Adressen dann zu mailen, damit ich sie hier mit aufnehmen kann.